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Deutz-Allis - Ein teurer Ausflug über den Teich

Deutz-Allis - Ein teurer Ausflug über den Teich

Die Internationalisierung der Landtechnikhersteller war in vollem Gange und so wollte auch die KHD AG ein Stück vom Kuchen abhaben. Mit einem Milliarden schweren Verlustgeschäft endete die viereinhalb Jahre lange Beziehung zwischen Deutz-Fahr und Allis-Chalmers.

Deutz-Allis - Zum Scheitern verurteilt

Mitte des Jahres 1985 hat die Klöckner-Humboldt-Deutz AG den Bereich der Traktoren- und Mähdrescherfertigung von Allis Chalmers übernommen, dieses Unterfangen dauerte bis zum 31. Dezember 1989 an und kostete den Deutschen Konzern insgesamt mehr als eine Milliarde Mark. Umgerechnet kann man also sagen, dass Deutz viereinhalb Jahre lang Tag für Tag mehr als 600.000 Mark ins Niemandsland geschickt hat. Zunächst klang alles so vielversprechend, für "nur" 85 Millionen US-Dollar hatte Deutz unter anderem ein Netz von 1400 Händlern, eine Großtraktoren-Baureihe, die Gleaner-Mähdrescher von Allis Chalmers sowie Bodenbearbeitungsgeräte erworben. Geplant war, die Großtraktoren weiterhin in den USA zu fertigen, kleine bis mittelgroße Schlepper der "DX Baureihe" sollten von Köln aus in die Staaten verschifft werden. So weit so gut, doch warum dieses immense Verlustgeschäft?

Deutz-Allis 6000 Serie
Deutz-Allis 6000 Serie (Quelle: SDF)

Deutz verschiffte seine in Deutschland gefertigte DX Baureihe unter der Marke Deutz-Allis nach Nord Amerika.

Im Jahr 1985 stand der Dollar bei etwa 3,30DM, fiel dann jedoch in kürzester Zeit auf ein Niveau unter 2DM. Wer nun für 50.000 Mark pro Schlepper einen Preis von 15.000 US-Dollar vereinbart hatte, erhielt plötzlich von der Bank statt 50.000 nur noch 28.500 Mark überwiesen. Das ging unglaublich ins Geld. Vereinfacht ausgedrückt, hat Deutz 1000 Mark Scheine für 800DM verkauft. Im Mai 1990 verkaufte die Deutz AG, nach fünf verlustreichen Jahren, ihr Tochterunternehmen durch ein so genanntes "Management-Buy-out" rückwirkend zum 31. Dezember 1989. Hieraus ging dann der heute drittgrößte Landtechnikkonzern, die Allis-Gleaner Corporation (AGCO) hervor.

Deutz-Allis Traktoren
Deutz-Allis 9000 Serie (Quelle: SDF)

"Grab the reins of North America´s new powerhorses." Auch starke Werbekampagnen konnten den Untergang der Deutz-Allis nicht aufhalten.

Am Ende bleiben beeindruckende Traktoren

Auch wenn der Amerika Ausflug von Deutz nicht erfolgreich war, so bleiben doch beeindruckende Bilder und Maschinen zurück. Darüber hinaus muss man Deutz zugute halten, dass sie das Verlustgeschäft aus eigener Kraft überwunden haben. Im Jahr 1990 schrieben alle KHD Bereiche wieder schwarze Zahlen.

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Kommentare: 1
  • #1

    Marvin (Dienstag, 07 Mai 2019 19:33)

    Sehr schöner Eintrag. Vielen Dank dafür !