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Fendt Favorit 615 LSA

Fendt Favorit 615 LSA

Fendt Favorit 615 LSA– Youngtimer mit Starallüren

Sei es bei Veranstaltungen, auf dem Acker oder in Bildform auf  Instagram und Facebook, ein Fendt 615 zieht alle Blicke auf sich. Doch was macht die 600er von Fendt so beliebt? In folgendem Artikel schauen wir uns die Reize der Baureihe einmal genauer an.

Fendt Favorit 615 LSA

Es ist wohl ein Zusammenspiel aus Optik, Klang und Erinnerungen an eine Zeit als Schlepper noch Ecken und Kanten hatten, weshalb der Fendt 615 LSA sich so großer Beliebtheit erfreut. Mit sowohl technischer als auch optischer Weiterentwicklung inklusive diversen Typenzusätzen wie SL, LS und LSA wurde der Marktoberdorfer von 1976 bis 1993 beinahe zwei Jahrzehnte lang gebaut.

 

MWM – Der beständige Motor des Fendt Favorit 615

Fendt 615 LSA Motor MWM

Der MWM TD 226 B-6 Motor ist wohl jedem Liebhaber von klassischer Landtechnik ein Begriff. Neben einer langen Geschichte unter dem Fendt Blechkleid, wurde dieses Triebwerk auch von anderen renommierten Herstellern wie Renault oder Deutz-Fahr verbaut. Mit gleichbleibenden 6,2l Hubraum steigerte sich die Leistung des Turbodiesels von anfangs 150 auf bis zu 185 PS zum Ende der Produktion. Der wassergekühlte 4-Takt Motor verfügte neben einer Reiheneinspritzpumpe auch über Kolben- und Ölkühlung. Die siebenfach gelagerte Kurbelwelle übertrug die 703 Nm Drehmoment des 185 PS Aggregats zuverlässig auf das Getriebe.

Getriebe-Varianten des Favorit 615

Fendt Favorit DuoSpeed
Querschnitt des DuoSpeed Getriebes

Das von ZF produzierte Getriebe gab es in zwei Ausführungen, der 30- sowie einer 40 Km/h Version. Bei dem von 1979-1984 ausschließlich angebotenem Dreißigläufer standen dem Fahrer 16 Vorwärts- und 9 Rückwärtsgänge zur Verfügung. Ab 1984 hielt dann auch eine 40 Km/h Variante mit 20 Vorwärts und 9 Rückwärtsgängen Einzug in die Ausstattungslisten. Erwähnenswert ist außerdem der 1987 vorgestellte Vorläufer des heutigen Vario Getriebes. Der sogenannte „DuoSpeed“ Antrieb ist eine Kombination aus Wechselgetriebe und hydrostatischem Antrieb. Hierbei erfolgt der Vortrieb über den mechanischen Fahrantrieb. Bei schweren Zapfwellenarbeiten, wie dem Pressen von Silage oder dem Häckseln von Mais, schaltet der Fahrer auf die stufenlose Vortriebsart um. Bei diesem Vorgang werden sowohl das Feinstufengetriebe als auch die Fahrkupplung außer Betrieb gesetzt. Vier stufenlose Geschwindigkeitsbereiche (0-19,4 Km/h) lassen sich nun mit dem Hauptganghebel auswählen. Das DuoSpeed Getriebe ermöglicht darüber hinaus das Wechseln der Fahrtrichtung ohne die Kupplung betätigen zu müssen. Besonders geeignet war diese Variante in Verbindung mit einer Rückfahreinrichtung.

Viel Kraft in den Armen – Hubkraft des 600er Favorit

Fendt 615 LSA Hubwerk Heckansicht

Das doppelt wirkende Regelhubwerk der Kategorie 3, mit EHR und Fendt-Tronic, hat eine maximale Hubkraft von 7400 kg. Die Unterlenkerregelung erfolgte hierbei durch Kraftmessbolzen. Das Heckhubwerk verfügte darüber hinaus sowohl über einen Schnellaushub plus Senkdrossel, als auch über einen stufenlosen Hubhöhenbegrenzer und Tiefenregulierung. Eine Transportsicherung inklusive automatischer Mittelzentrierung war beim Fendt 615 LSA ebenfalls verfügbar. Auch ein Fronthubwerk samt Zapfwelle war in der Ausstattungsliste vertreten. Zur Ölversorgung der Anbaugeräte standen serienmäßig ein einfach- sowie ein doppeltwirkendes Steuergerät mit Kreuzhebel zur Verfügung. Optional waren bis zu vier Zusatzventile realisierbar.

Fendt Favorit 600er Baureihe - Kabine & Komfort

Die schallisolierte Kabine, welche gummigelagert und schwingungsgedämpft montiert war, galt mit 78 db unter Last als angenehm. Im Sommer sorgten eine Dachluke sowie aufstellbare Front- und Heckscheiben nicht nur für Durchzug, sondern auch für mächtig Sound im Fahrerhaus. Eine Klimaanlage war optional erhältlich. Ein digitales "Traktormeter", Arbeitsscheinwerfer hinten sowie Scheibenwischer vorne gehörten zur Grundausstattung. Auf Wunsch konnte der Fendt Favorit 615 LSA mit einer Rückfahreinrichtung ausgestattet werden. 

Fazit:

Mit einem Listenpreis von 175.583 DM, im Jahr 1986  (in Grundausstattung), war der Fendt 615 LSA im Vergleich zu seinen Mitbewerbern die teuerste Möglichkeit sich einen Großtraktor anzuschaffen. Ein großes Argument für den Fendt war und ist immer noch seine hohe Wertstabilität. Heute ist gerade der Favorit 615 LSA ein begehrter Kandidat auf dem Gebrauchtmaschinen-Markt. Hohe Nachfragen und ein geringes Angebot lassen die Preise in die Höhe schießen. Wer also auf der Suche nach einer Wertanlage ist, der kommt nicht drum herum, sich den Fendt 615 einmal genauer anzuschauen.

 

Technische Daten auf einen Blick:  Fendt Favorit 600

 

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